Anhaltend unsichere Zeiten: Wie Anleger ein antifragiles Portfolio aufbauen

Neue Pressemitteilung des FPSB Deutschland: Anhaltend unsichere Zeiten: Wie Anleger ein antifragiles Portfolio aufbauen

Es sind bewegte Zeiten. Noch nie war die Unsicherheit, abzulesen am Economic Policy Uncertainty Index, so hoch wie im vergangenen Jahr. Und tatsächlich sehen sich Anleger einer Vielzahl an Herausforderungen gegenüber. „Dazu zählen geopolitische Krisen, insbesondere der anhaltende Ukrainekrieg, oder die steigende Staatsverschuldung, wobei auch eine mangelnde Konsolidierung der Staatsfinanzen festzustellen ist“, sagt Maximilian Kleyboldt, CFP®, Vorstand des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland). „Außerdem haben wir es mit der Transformation der Weltordnung mit schnell fortschreitenden, tiefgreifenden und oft unerwarteten Veränderungen in der Wirtschaft und der Gesellschaft durch die rasant zunehmende Digitalisierung und die Künstliche Intelligenz zu tun.“ Und nicht zu vergessen die nächste Phase der Deglobalisierung, beschleunigt durch die neue Handelspolitik der USA, der zunehmende Bedeutungsverlust des US-Dollars oder die erhöhte Volatilität am Kapitalmarkt in Folge vermehrter extremer Ereignisse.

Die Konsequenz: Wer langfristig investiert, muss im Rahmen seiner strategische Asset Allocation solche Risiken berücksichtigen und Phasen erhöhter Kursschwankungen am Markt einkalkulieren. Doch das ist im aktuellen Umfeld nicht leicht. „Wir stellen zum Beispiel fest, dass der Kapitalmarkt bei vielen Anlegern Emotionen hervorruft“, sagt Kleyboldt. „So führen die hohen Indexstände bei vielen Investoren zu erhöhter Alarmbereitschaft.“ Gerade bei Erreichen neuer Höchststände rechnen viele Anleger mit einer baldigen heftigen Korrektur, was oft eine emotionale Hürde darstellt, um zu investieren.

Realität am Aktienmarkt unterscheidet sich von der Wahrnehmung deutlich

Doch die Realität sieht anders aus. „Auch wenn die kurzfristigen Anlageergebnisse eine hohe Schwankungsbreite aufweisen, sie liegen zum Beispiel auf Jahresbasis am US-Aktienmarkt zwischen minus 37 und plus 55 Prozent, so spielt doch der Anlagehorizont die entscheidende Rolle für eine langfristig erfolgreiche Geldanlage“, erklärt Kleyboldt, der neben seiner Vorstandstätigkeit beim FPSB auch Direktor im Wealth Planning bei der Bethmann Bank ist. Zwar schwanken die Jahresrenditen der einzelnen Indizes erheblich. Doch sind die Anlageergebnisse bei längerem Anlagehorizont deutlich weniger volatil und somit besser planbar. Wer zum Beispiel im Jahr 1999 kurz vor dem Platzen der Internetblase in den Dax eingestiegen ist, war 2007 wieder im Plus. Je länger also der Anlagehorizont, desto geringer die Verlustwahrscheinlichkeit.

„Deshalb ist es von größter Bedeutung, zumindest mit einem Teil des Vermögens immer am Kapitalmarkt investiert zu bleiben“, folgert Kleyboldt. Das verdeutlicht noch ein anderes Beispiel des Finanzexperten: Wer die besten zehn, 20 oder 30 Tage am Kapitalmarkt zwischen dem Jahr 2000 und 2025 aus der Wertentwicklung herausrechnet, hat einen immens hohen Wertzuwachs verpasst und schnitt deutlich schlechter ab als der Index. Deshalb ist es so wichtig, keine Angst vor Höchstständen zu haben. „Zwar fühlt es sich oft so an, als käme man zu spät zur Party, bei einem Blick auf die Statistik der Vergangenheit zeigt sich aber, dass Anleger bei einem Einstieg zum Höchststand bessere Renditen erzielt hätten als beim Einstieg an einem beliebigen Tag“, so Kleyboldt.

Dass dem so ist, ist nachvollziehbar: Der Markt erreicht immer dann neue Rekordhochs, wenn das Umfeld positive ökonomische Rahmenbedingungen bietet. Und das ist eine gute Basis für eine weiterhin positive Kapitalmarktentwicklung. Dazu bietet die langfristige Investition einen weiteren Vorteil: Nämlich den Zinseszinseffekt. „Das ist das wichtigste Werkzeug eines Anlegers“, sagt der Experte, „weil reinvestierte Erträge zu einem überproportionalen Wertzuwachs oder exponentiellen Wachstum führen.“

Wie man ein Portfolio antifragil macht

Maximilian Kleyboldt empfiehlt Anlegern aus all diesen Gründen heraus, ihre Anlagestrategie kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob ihr Portfolio wirklich eine für die deutlich erhöhte Unsicherheit passende Antifragilität aufweist. „Antifragilität bedeutet, Investments zu wählen und zu strukturieren, die nicht nur Schocks überstehen und robust sind, sondern sich durch Stress, Volatilität und Krisen sogar verbessern und profitieren“, so der FPSB-Vorstand. Eine robuste Struktur kann zum Beispiel durch eine breite Diversifikation und eine asymmetrische Positionierung in Investitionen, die nicht miteinander korrelieren, erreicht werden.

Entscheidend ist dabei die strategische Vermögensallokation. „Dabei geht es nicht nur darum, verschiedene Anlageklassen zu mischen, sondern auch deren Wechselwirkung untereinander zu berücksichtigen“, erklärt Kleyboldt. „Denn tatsächlich hängt die langfristige Vermögensentwicklung primär vom richtigen Anlageklassenmix ab und davon, dass man diesen flexibel anpassen kann, um von Unsicherheit zu profitieren.“ Und schließlich geht es um eine ganzheitliche Betrachtung, die alle Anlagen, also auch illiquide Vermögenswerte oder Versicherungslösungen berücksichtigt.

Ganz einfach ist das nicht. Deshalb kann professionelle Unterstützung hilfreich sein. Die vom Finanzplanerverband FPSB Deutschland ausgebildeten und zertifizierten CFP®-Professionals sind dank ihrer Ausbildung in der Lage, mit Hilfe von Szenarioanalysen basierend auf einer ganzheitlichen und individuellen Betrachtung der Situation des jeweiligen Kunden eine antifragile Investmentstrategie für ein Portfolio zu entwickeln, mit der sich langfristig in jedem Umfeld das Vermögen schützen und vermehren lässt.

Quelle: Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. – Newsletter vom 21.01.2026

www.fpsb.de

Bild: Christopher Gower auf Unsplash

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